Bibliotheksnachrichten Buchempfehlung

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Das beschauliche Städtchen Vigàta auf Sizilien ist in Aufruhr, und ein Besuch des Innenministers steht bevor. Für Commissario Montalbano ein guter Grund, sich an diesem Tag zurückzuziehen und eine Vernissage zu besuchen. Die schöne Galeristin Marian ist mindestens so reizvoll wie die Exponate – und sie gibt Montalbano diverse Rätsel auf. Wie auch der Überfall auf die Ehefrau eines vermögenden Vigàteser Kaufmanns, der einen mysteriösen Mord nach sich zieht. Als seine Dauerverlobte Livia ihm schließlich ein unerwartetes Geständnis macht, muss Montalbano eine weitreichende Entscheidung treffen …

Narrativ ausgewogen und mit Fingerspitzengefühl für Details präsentiert Camilleri seinen aktuellen Sizilien-Krimi. Eine schöne Rahmenhandlung, die die Vergangenheit und Zukunft des Hauptprotagonisten mit dem Fall in Beziehung setzt, rundet das Werk ab. Sprachlich ausdrucksstark und stilistisch auf höchstem Niveau. Mehr als nur ein Krimi.

Christoph Stitz


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Bibliotheksnachrichten Buchempfehlung

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Wien, 1919. Der Erste Weltkrieg ist verloren, und in der einst so glanzvollen Stadt herrschen Hunger und Elend. Als der Polizeiagent August Emmerich über die Leiche eines ehemaligen Soldaten stolpert, glaubt er zunächst an einen Selbstmord. Doch schon bald stößt er auf eine schreckliche Wahrheit, die ihn vom Jäger zum Gejagten macht.

Dieses Buch ist enorm fesselnd. Es geht dabei aber nicht nur um eine herkömmliche Krimihandlung, sondern man erfährt auch viel Wissenswertes über die Situation unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg. Unbedingt zu empfehlen!

Sophie Preßl, 15 Jahre


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Wer bin ich? Was bedeutet Freiheit? Was ist Schönheit? Immer wieder stoßen wir im Leben auf ganz grundsätzliche Fragen und suchen in der Literatur und in der Philosophie nach Antworten. Michael Köhlmeier ist ein großer Erzähler und Konrad Paul Liessmann ein brillanter Philosoph, der sehr anschaulich erklären kann. Zu zwölf Schlüsselbegriffen unseres Lebens erzählt Michael Köhlmeier eine Geschichte, inspiriert von antiken Mythen oder Volksmärchen – anschließend zeigt Konrad Paul Liessmann in seiner Interpretation, was er daraus über die Spielregeln und Möglichkeiten unserer Welt herausliest. Ein großartiger Dialog, ein wunderbares Denk- und Lesevergnügen.
Zwei literarisch-publizistische Kapazunder als Erfolgsgaranten? All-in-one kommt leider nicht immer der Qualität zugute. Es ist nicht nur der Verstoß gegen die literarische Gewaltenteilung von Autorschaft und Exegese, die das Buch entgegen seinem Anspruch klein erscheinen lässt. Die auf den Effekt setzenden Bearbeitungen der mythischen Stoffe und die eindimensionalen Deutungen im Erläuterungsstil treten nicht in den angekündigten Dialog.
Reinhard Ehgartner


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»Es gibt ein Leben nach der Flucht, doch die Flucht wirkt fort, ein Leben lang.« Ilija Trojanow ist als Kind zusammen mit seiner Familie aus Bulgarien geflohen, eine Erfahrung, die ihn bis heute nicht mehr los lässt. Virtuos, poetisch und klug reflektierend erzählt Ilija Trojanow von seinen eigenen Prägungen als lebenslang Geflüchteter. Von der Einsamkeit, die das Anderssein für den Flüchtling tagtäglich bedeutet. Davon, wie wenig die Vergangenheit des Geflüchteten am Ort seines neuen Daseins zählt. Was das Existieren zwischen zwei Sprachen mit ihm macht. Welche Lügengeschichten man als Geflüchteter den Daheimgebliebenen auftischt. Und dass man vor der Flucht wenigstens wusste, warum man unglücklich war.Ilija Trojanow erzählt von sich selbst, zugleich ist er eine exemplarische Figur. So gelingt ihm eine behutsame und genaue Topographie des Lebens nach der Flucht, das existentielle Porträt eines Menschenschicksals, das unser 21. Jahrhundert bestimmt.

Eine literarische Auseinandersetzung mit einem komplexen Thema. Der Text mutet beinahe essayistisch an. Trotz oder vielleicht gerade wegen der vielen Brüche bildet sich ein rhythmischer Teppich. Die Dramolette sind wie Refrainvariationen eingeflochten. Empfehlung!

Katharina Ferner


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Von der mondänen orientalischen Metropole Baku ins Paris der 1920er Sommer 1917: Hermann Opitz beschließt, sein altes Leben hinter sich zu lassen, sein Heimatdorf, seine Ehe – und meldet sich freiwillig zum Kriegsdienst. Ein Jahr später strandet er in Baku, das in den Jahren des Ölbooms zur mondänen orientalischen Metropole geworden war, und begegnet dort Jale, der Tochter eines Ölbarons. Wenig später gerät das junge Liebespaar in die Wirren der Russischen Revolution und flieht nach Paris. Spurensuche in der Familiengeschichte und das Glück der Verbundenheit Zwei Generationen später begibt sich der Enkelsohn von Hermann Opitz auf eine Spurensuche in der Geschichte seiner Familie. Er erkundet das Leben seiner Großeltern, die ihm stets wie die modernen Erben von Philemon und Baucis in Erinnerung waren; er besucht das Heimatdorf seines Großvaters, wo ihm seine Tante Sophie von ihrem Leben und Lieben im Wien der Nazi-Jahre erzählt; und schließlich begegnet er Rita, an deren Seite er das Glück der Verbundenheit erlebt, das er einst in den Augen seiner Großeltern gesehen hat – und gleichzeitig zu ahnen beginnt, dass das private Glück untrennbar mit den Zeitläuften der Weltgeschichte verknüpft ist. Drei Liebesgeschichten vor dem Panorama der Weltgeschichte Schlicht und unsentimental erzählt Walter Grond die Geschichten dreier Liebespaare, die auf rätselhafte Weise ineinander verwoben sind – und lässt zugleich die grenzenlose Kraft der Liebe spürbar werden, die unbeirrt von allen Schrecken der Geschichte des 20. Jahrhunderts wirkt.

Grond zeichnet auf traumhafte, stellenweise phantasmagorische weise drei Frauenschicksale vor einem unsteten zeitgeschichtlichen Hintergrund nach. Eine ausgesprochen lesenswerte Neuerscheinung auf dem österreichischen Buchmarkt, die den LeserInnen durch ihre kunstvoll verzweigten Erzählebenen und Perspektiven zwar viel Aufmerksamkeit abverlangt, durch ihre beispiellos schöne, schlichte Weise aber einen prägenden Eindruck hinterlässt.

Barbara Tumfart


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