Ein wenig Zeit und viel Liebe

 

Buchstart_Logo_gross_thumb.jpgBilderbücher haben viele Talente und sind enorm wichtig für die Sprachentwicklung Ihres Kindes. Die Zuwendung, die Sie Ihrem Kind beim Vorlesen schenken, ist sehr wertvoll. Es bedarf nur weniger Zutaten: ein bisschen Zeit und viel Liebe. Stärken, fördern und unterstützen Sie Ihr Kind mit regelmäßigem Vorlesen. Passende (Bilder)Bücher für unvergessliche  Vorlese-Erlebnisse finden Sie bei uns in der Mediathek.

Die Schritte der Leseentwicklung vor dem „Lesenlernen“ hat Christine Kügerl in einem interessanten Artikel im Magazin bn bibliotheksnachrichten veröffentlicht. Mit Erlaubnis der Herausgeber Österreichisches Bibliothekswerk teile ich diesen Text gerne auf dieser Seite. Da es sich um einen längeren Beitrag handelt, ist er auf mehrere Teile aufgeteilt.


Lese-Schritte / Teil 1

Die Entwicklung der Lesefähigkeit ist bei jedem Menschen angelegt. Wichtige Entwicklungsschritte machen Kinder in den Jahren vor Schulbeginn. Die Reihenfolge der Schritte ist bei allen Kindern sehr ähnlich, das Tempo, mit dem sie voranschreiten, kann jedoch sehr unterschiedlich sein. Die Entwicklung des Lesens hängt stark mit der Sprachentwicklung zusammen. Hier finden Sie einen kurzen Überblick über diese Entwicklungsschritte vom Neugeborenenalter bis zum Schulbeginn.

 

Entwicklungsschritte von Babys

Bereits Neugeborene schauen ihre Eltern fasziniert an, wenn diese etwas sagen. Sie versuchen, im Gesicht „zu lesen“. Wenn Babys gurren und schließlich Silben sprechen, erkennen sie bereits die Grundlagen eines Gespräches. Sie „sagen“ etwas und machen dann eine Pause, um auf die Antwort des Gegenübers zu warten.

Ab ca. sieben Monaten erkennen sie, dass Wörter etwas bedeuten, das Sprachverständnis beginnt. Ebenso entdecken Kinder, dass Gesten eine Bedeutung haben. Sie winken und klatschen mit den Händen. Mit etwa einem Jahr sprechen Babys das erste Wort. Sie verstehen jedoch immer wesentlich mehr, als sie sprechen können. 

Sobald Babys greifen können, beginnen sie auch mit Bilderbüchern zu spielen. Sie stecken diese so wie andere Gegenstände in den Mund, klopfen damit oder werfen sie zu Boden. Dies ist ein altersgemäßes Spielverhalten und keine Unachtsamkeit. Daher sollten die ersten Bilderbücher so beschaffen sein, dass sie dieses Spielverhalten „überstehen“. Mit neun Monaten erfolgt das Betrachten von Bildern immer gezielter. Anfangs unterscheiden Babys noch nicht zwischen wirklichem Gegenstand und einem Bild. Sie versuchen z.B., an einem abgebildeten Ball zu kratzen, um diesen aus dem Buch herauszunehmen, oder sie geben dem Teddy im Buch einen „Gute-Nacht-Kuss“ so wie ihrem Lieblingsteddy. Es dauert jedoch nicht lange, bis Kinder den Unterschied von realen Gegenständen und deren Abbildung unterscheiden können.

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Entwicklungsschritte im Kleinkindalter (2. und 3. Lebensjahr)

Die Bewegungsfähigkeit nimmt in diesen beiden Jahren stark zu. Die Kinder beginnen frei zu gehen und können mit Bausteinen bauen. Durch die Verfeinerung der Motorik gelingt es ihnen immer besser zu sprechen. Bis zum 2. Geburtstag können die meisten Kinder 50 Wörter und reihen zwei bis drei Wörter aneinander – so werden Zwei- und Dreiwortsätze gebildet.

Rund um den ersten Geburtstag beginnen Kinder mit den „Zeigefragen“ die Namen von Gegenständen und Menschen zu sammeln. Die Geste mit dem ausgestreckten Zeigefinger ergänzen sie bald mit einem „Was?“ oder „i’sn“ (was soviel wie „Was ist das?“ bedeutet). So erkunden sie die Welt und auch die Bilderbücher. Bei Büchern gehen sie noch sprunghafter vor. Sie blättern vor und zurück. Sie bleiben bei der Seite länger, die sie gerade interessiert, und machen das Buch einfach zu, wenn sie genug haben. Sie zeigen auf die Bilder, die sie ansprechen, und übergehen den Rest. So war für den 18 Monate alten Markus bei einem Buch für einige Wochen immer nur die getigerte Katze auf jeder Seite interessant. Der Rest war ihm egal. Das größte Interesse wecken Bilderbücher, die Szenen aus der realen Umwelt des Kindes zum Inhalt haben. 

Gegen Ende dieser Entwicklungszeit fangen Kinder an, ganz kurze Geschichten darüber zu berichten, was sie gerade erlebt haben. So erzählt Marie ihrer Mama, als sie mit der Oma vom Spaziergang nach Hause kommt: „Lift aufà. Wagal bum bum, obi.“ Marie will damit sagen, dass sie mit der Oma im Lift herauf gefahren ist. Dann wurde der Kinderwagen über die Stiege vom Zwischenstock zur Wohnungstür geschoben und hat dabei „bum bum“ gemacht. Kurze Zeit, bevor Kinder diese Zwei-Ereignis-Geschichten selbst erzählen können, beginnen sie sich für diese Geschichtenart zu interessieren. Nun werden mit Vorliebe Bilderbücher angesehen, die auf einer Doppelseite zwei aufeinander folgende Szenen darstellen.

Schriftzeichen werden nun als Symbole für etwas erkannt. Die Kinder merken sich , dass die beiden Buchstaben „W“ und „C“ Toilette bedeuten, sie erkennen Firmenlogos bei Einkaufshäusern oder auf Verpackungen und wissen, wofür diese stehen.

 

 

 

 

 

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