Gedanken zu zwei Neuerscheinungen

Der KüchenBücherChef empfiehlt:

Heute 2 Neuerscheinungen, welche unterschiedlicher kaum sein könnten:

CovergrafikRobert Harris „Konklave“

 Der britische Autor Robert Harris hat mit seinem neuesten Titel Konklave dieses Thema in einem spannenden Politthriller veröffentlicht. Auch wenn die Kirchenfürsten in Purpur vom Heiligen Geist geleitet und inspiriert werden, so sind die „alten“ Männer nur Menschen.

So die Beschreibung des Verlages.

Mein Senf: „spannender Politthriller“ ist schon sehr, sehr weit hergeholt. Das Buch hat 350 Seiten. Ab Seite 340 kommt ein wenig Thrillerfeeling auf. Der Schluss ist nicht unoriginell, aber das war´s auch schon.

Ein Buch für Theologiestudenten und engagierte Ministranten, welche ihre Latein- und Bibelkenntnisse auffrischen wollen.

Derzeit ist jedes Buchhandelsschaufenster in Kardinalsrot getaucht und in wenigen Tagen wird das Buch alle Bestsellerlisten anführen.  So läuft eben heute das Buchgeschäft.

Mein Urteil: schade um die Zeit!


Cover ImageDirk Stermann „Der Junge bekommt das Gute zuletzt“

 Der Bestsellerautor und Humorist Dirk Stermann hat den traurigsten Roman der Welt geschrieben: Sein Held ist noch nicht vierzehn und schon ganz allein.
Claude ist anders als andere Dreizehnjährige; da muss man gar nicht erst seine Faszination für die Geschichte der Todesstrafe in Wien erwähnen. Sein Vater lehrt Posaune am Konservatorium, die Mutter ist Ethnologin aus Leidenschaft, und das geht so weit, bis eines Tages ein echter Indio in die Wohnung zieht. Eilig wird eine Mauer hochgezogen: Auf der einen Seite wohnt die Mutter mit Claudes Bruder und dem neuem Liebhaber, auf der anderen Claude und sein Vater. Der hat aber schnell auch eine Neue (Flötistin, Veganerin, Deutsche). Bald sind beide Parteien ausgezogen, Claude bleibt allein zurück, warum auch nicht? Überhaupt soll er weniger rumjammern, findet seine dicke Großmutter, und mehr an andere denken.

Soweit wieder der Verlagstext.

Mein Senf:  Dirk Stermann ist ein literarisches Genie! Selten habe ich ein Buch mit so viel Vergnügen und Emotion gelesen. Ein trauriges Buch, ein humorvolles Buch. Diese Kunst, ein tottrauriges Thema mit so viel Humor und doch ohne jeden Klamauk zu schreiben, das ist Kunst.

Ich freue mich schon auf sein nächstes Buch und wünsche mir, dass er künftig mehr Zeit für das Schreiben aufwendet.

Unbedingt lesenswert !!

 

Hannes Hofinger

(ehrenamtlicher Leiter der Mediathek der Marktgemeinde St. Johann in Tirol)


Unabhängig der Wertung, stehen beide Bücher ab sofort in der Mediathek für Sie zur Verfügung!

Gastland Niederlande

Flandern und die Niederlande waren dieses Jahr Ehrengäste auf der Frankfurter Buchmesse 2016. Eine kleine feine Auswahl an niederländischen Autoren hat nun auch einen Platz in der Mediathek gefunden:

9783257242447&width=70Jessica Durlacher – Der Sohn

Schlagartig ist es vorbei, das sorglose Leben der Familie Silverstein. Da ist einer, der ihr Leben bedroht, denn er ist gefangen in einer Geschichte, die der Vergangenheit angehört und doch auf fatale Weise bis in die Gegenwart reicht. Eine Geschichte, die Großvater Silverstein immer verschwiegen hat. Und die sein Enkel Mitch zu Ende führt.

Eine dramatische Familiengeschichte. Spannend und irritierend gleichermaßen.



9783895612077&width=70Thomas Heerma van Voss – Stern geht

Seit dem Tag, an dem Hugo Stern in den Vorruhestand geschickt wird, ist nichts mehr, wie es war. Unaufhaltsam entgleitet ihm sein bisher so idyllisches Leben als Grundschullehrer in Amsterdam. Stern denkt zurück an seine Kindheit in dörflicher Enge, an seine Jugend im London der Swinging Sixties, die ihm auch nicht die erhoffte Freiheit gebracht hat, und an die Liebe zu seiner Frau Merel, die sich ihm mehr und mehr entfremdet. Sterns letzter Halt ist der unter großen Mühen im Ausland adoptierte Sohn, und auch dieser droht ihm zu entwachsen. Die Veränderungen in seiner Familie und die gesellschaftlichen Umbrüche stellen Stern auf eine harte Probe. Doch auch er verblüfft seine Umgebung mit seinem kompromisslosen Wesen und bringt sich dabei selbst in Schwierigkeiten. Mit STERN GEHT ist dem jungen Autor Thomas Heerma van Voss eine berührende Vater-Sohn-Geschichte und das Porträt eines eigenwilligen Träumers gelungen.

Die Lebensgeschichte eines lethargischen, hochintelligenten und passiven Kontrollfeak. Erzählt in einer kunstvollen, verdichteten Sprache.


9783446247390&width=70Tommy Wieringa – Dies sind die Namen

Sie waren dreizehn auf ihrer Flucht, jetzt sind sie nur noch fünf. Eine Gruppe illegaler Migranten wurde von skrupellosen Schleppern in der Steppe östlich der Karpaten ausgesetzt. Ob sie die Grenzen ihres Landes wirklich überquert haben, erfahren sie lange nicht. In der fiktiven Stadt Michailopol irgendwo in Osteuropa herrschen Gesetzlosigkeit und Korruption. Pontus Beg ist dort Polizeikommissar. Job, Wohnung und regelmäßiger Sex sind ihm sicher, aber etwas Entscheidendes fehlt. Der Polizist und die Flüchtlinge – wonach sind sie auf der Suche und was wäre es, das zu finden sich lohnt? „Mitreißend, intelligent und überzeugend“ (De Standaard) erzählt Tommy Wieringa von Zeiten des Umbruchs in Europa.

Auf der Suche nach einer neuen Zukunft die Einen, auf der Suche nach seiner Vergangenheit der Andere. Elegant Verknüpft in einer einzigartigen Stimmung.


9783835318717&width=70David Van Reybrouck – Gegen Wahlen: Warum Abstimmen nicht demokratisch ist

Es ist seltsam mit der Demokratie. Jeder ist dafür, aber keiner glaubt mehr so recht daran, dass sie funktioniert, jedenfalls nicht durch Wahlen. Wenn die Ergebnisse anders lauten als gewünscht, ist rasch der Vorwurf des Populismus im Raum. Immer weniger Menschen gehen wählen, die Mitgliederzahlen der politischen Parteien gehen dramatisch zurück. Wie kann überhaupt eine Demokratie effizient arbeiten und langfristig tragfähige Entscheidungen treffen, wenn die Politiker ihr Handeln vor allem an einem ausrichten müssen: Bei der nächsten Wahl wollen sie wiedergewählt werden.
David Van Reybrouck beschreibt diesen Mechanismus mit bestechend klaren Argumenten als ‚demokratisches Ermüdungssyndrom‘. Wie kommen wir davon weg? Vielleicht sind ganz neue Wege nötig, auch wenn sie auf den ersten Blick ganz weltfremd erscheinen? David Van Reybroucks Vorschläge nehmen ein sehr altes demokratisches Prinzip auf, das schon im antiken Athen praktiziert wurde: Das Los. Bis hin zur Französischen Revolution wurde dieses demokratische Mittel oft angewendet, etwa auch in blühenden Republiken wie Venedig oder Florenz zu Zeiten der Renaissance. David Van Reybrouck zeigt, wie das auch heute ganz praktisch unsere machtlos gewordene Demokratie lebendiger machen kann.

Ein Buch für alle, Politik Verdrossenen ebenso wie an Politik interessierten. Van Reybrouck bring die Dinge verständlich auf den Punkt.


Alle Büche

Alle Bücher stehen Ihnen ab sofort in der Mediathek zur Ausleihe zur Verfügung!





Das war der Mitmachvortrag mit Marion Engel

DSC_0045Der Mitmachvortrag mit Marion Engel, zertifizierte Ganzheitliche Gedächtnistrainerin, war ein voller Erfolg. Fast alle Plätze waren besetzt und jeder der Anwesenden lauschte gespannt, was Marion über das Gehirn und die Möglichkeiten es zu trainieren zu erzählen hatte. In erster Linie ging es darum, wie man mit Büchern (Romanen), sein Gedächtnis stärken kann und welche “anderen” Wege es gibt Geschichten zu lesen.

Klassisch oder modern lesen? Welche Methode ist besser für das Gehirn? Eindeutig das Buch. Die Motorik beim Buchumblättern ist eine ganz andere als einfach über den Bildschirm zu wischen oder – wie es ganz ausgeklügelte high-tech Geräte auch können, einfach hinten drauf klopfen. Anregender für das Hirn ist das Umblättern und das Fühlen der Seiten. Fingergymnastik inklusive sozusagen, wie uns Marion erklärte. Auch der Duft spielt eine Rolle. Bücher riechen ganz besonders, einem e-reader fehlt dieser Papierduft völlig. Allein diese paar Punkte sprechen eindeutig für ein Buch. Modernes Lesen hat dagegen den Vorteil, dass man sie leicht überall mitnehmen kann und man gleichzeitig mehrere Bücher mit sich tragen kann. Auch wer wie die Mimi abends ohne Krimi nie ins Bett gehen kann, von langen Lesestunden am e-reader zur Schlafenszeit rät Marion ab. Das blaue Licht in diesen Geräten hat wohl eine negative Auswirkung auf das Gehirn und folglich auf die Nachtruhe. Also, abends lieber zum klassischen Buch greifen.

DSC_0060Und wer der Meinung ist, keine Zeit zum Lesen zu haben, für den hatte Marion auch ein paar Tipps. Der wichtigste Tipp wenn Sie auch der Ansicht sind keine Zeit zum Lesen zu haben:

Machen Sie ein Date mit einem Buch aus! Tragen Sie gleich einen Termin für kommenden Freitag in Ihren Kalender und holen Sie sich am Donnerstag gleich eine passende Lektüre bei uns in der Mediathek!

Wie kann man also sein Gedächtnis mit Büchern trainieren, das war natürlich die Kerninformation dieses Vortrages, vor allem aber, dass Gedächtnistraining nicht erst im Altern von 70+ beginnt! Fangen Sie so früh als möglich damit an und probieren Sie mal diese Tipps beim Lesen:

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  • Ein Kapitel lesen und sich an Details erinnern
  • Bei Krimis mit raten
  • Auf Details achten
  • Wortfindung oder auf Formulierungen achten
  • Eigene Geschichten erfinden

Neben diesen Tipps gab es auch einige lustige Mitmachgelegenheiten, die den Vortrag nicht nur auflockerten, sondern auch noch für ordentlich Lacher sorgten!

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Herzlichen Dank an Marion, für diese interessante und auch lustige Art und Weise sich mit einem Buch und seinem Gehirn auseinander zu setzten, Impulse und Denkanstöße erhalten zu haben!



Lesewerkstatt: Warum?–Was?–Wie?

Mitmachvortrag

Mitmachvortrag am 23.09.2016, 19.00 Uhr

in der Mediathek St. Johann/T.

Referentin: Marion Engel

Zertifizierte Ganzheitliche Gedächtnistrainerin

 

Information von Marion Engel zum Vortrag:

Bücher vermitteln Wissen, regen an oder entspannen. Jeder hat so seine Lieblingsbücher, seine bevorzugten Autoren oder Fachgebiete und Lesegewohnheiten. Das ist gut so. Aber trotzdem lohnt sich ein Ausflug in unbekanntes Terrain unter ganz neuen Blickwinkeln.

Der Mitmachvortrag macht Lust auf’s Lesen und zeigt interessante neue Möglichkeiten mit Romanen, die über das “normale” Lesen hinausgehen. Mit Romanen lassen sich nämlich das Gedächtnis, die Kreativität und andere Fähigkeiten trainieren, die in Zukunft immer wichtiger werden.

Neben Hintergrundinformationen werden praktisch anwendbare Techniken vermittelt und interessante Übungen durchgeführt.

Inhalte:

  • Lesen bringt’s! – hören Sie, warum und weshalb ….
  • Buch ist nicht gleich Buch – lernen Sie die Unterschiede kennen ….
  • Keine Zeit zum Lesen? – doch, die können Sie sich schaffen ….
  • Romane “nur” lesen? – da geht noch mehr – von Merkfähigkeit bis Denkflexibilität

Der Vortrag ist Kostenlos! Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

 

Papierschöpfen am Mittelaltermarkt

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“Schön war’s am Mittelalterfest”, so unser aller Credo!

Nach wochenlangem Vorbereiten, Planen und Organisieren war es vergangenes Wochenende dann soweit. Der Mittelaltermarkt in St. Johann öffnete seine Tore. Zum 800 Jahr Fest der Marktgemeinde wollten auch wir – die Mediathek – einen Beitrag zum Gelingen des Festes leisten. Papierschöpfen sollte es werden. Im Vorfeld wurde viel Papier zerkleinert, das Papierschöpfen geübt und getestet mit welcher Konsistenz die Pulpe am Besten zu verarbeiten ist. Für den Markt wurde höchst professionelles Hilfsmaterial (eine Handpresse, eine Papiermangel und einige Holzbottiche) organisiert.

Nicht nur die kleinen Besucher waren eifrig bei der Sache. Auch die Erwachsenen schauten fasziniert und interessiert zu, wie aus einem flüssigen Brei schöne Papierbögen entstanden. Auch wir – der hochwürdigste Pater Johannes und die ehrenwerten Schwestern Kathi, Michaela, Petra und Angelika hatten eine wunderschöne erlebnisreiche Zeit.

Wir hoffen, dass unser Wissen über das Papierschöpfen auch in 800 Jahren nicht vergessen ist und vielleicht unsere Nachkommenschaft dann wieder am Hauptplatz in St. Johannis feiert und zeigt wie man früher Papier gemacht hat.


Ein herzliches Dankeschön an alle Mitarbeiter der Mediathek, die sich für diese Veranstaltung engagiert haben, sei es beim Papierzerkleinern oder Vorbereiten. Ein besonderes Dankeschön an Hannes, Kathi, Michaela, Petra und Angelika für ihren tollen Einsatz beim Markt!

Neuerscheinungen deutschsprachiger Literatur

Einen Überblick über die Neuerscheinungen der deutschsprachigen Belletristik boten auch dieses Jahr die beiden Literaturkritiker Stefan Gmünder und Alexander Kluy an interessierte Bibliothekare. Im Gespräch waren sowohl literarisch anspruchsvolle als auch Unterhaltungs­literatur. Einige der vorgestellten Bücher befinden sich bereit in unseren Regalen und stehen für Sie zur Ausleihe bereit!

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John, amerikanischer Jude und ehemaliger Freiwilliger der israelischen Armee, wird in San Francisco auf offener Straße niedergestochen. Wer war John? Diese Frage stellt sich dem österreichischen Autor Hugo, der um seinen Freund trauert. Auf den Spuren Johns reist er nach Kalifornien, wo sich die beiden vor einem halben Leben kennengelernt haben, und dann nach Israel. Dort findet er sich im jüngsten Gaza-Krieg auf beiden Seiten des Konflikts wieder. “In der freien Welt” wagt die Frage nach dem heutigen Blick auf jüdische Identität, auf das Fortwirken deutscher Geschichte und die Politik Israels.*

“In der freien Welt” ist eine Doppelreise. Zum Einen erlebt man durch den Ich-Erzähler Hugo die Freundschaft mit John und dessen Leben, zum Anderen die politische Seite durch die geschichtliche Vergangenheit des jüdischen Volkes und den andauernden Konflikt Israels und Palästinas. Norbert Gstreins Sprachbild ist schnörkellos, geradeheraus und klar, aber nicht simpel.


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Irgendwo in einer großen Stadt, in Westeuropa. Ein kleines Mädchen kommt auf den Markt, hat Hunger. Sie versteht kein Wort der Sprache, die man hier spricht. Doch wenn jemand “Polizei” sagt, beginnt sie zu schreien. Woher sie kommt? Warum sie hier ist?  Wie sie heißt? Sie weiß es nicht. Yiza, sagt sie, also heißt sie von nun an Yiza. Als Yiza zwei Jungen trifft, die genauso alleine sind wie sie, tut sie sich mit ihnen zusammen. Sie kommen ins Heim und fliehen; sie brechen ein in ein leeres Haus, aber sie werden entdeckt. Köhlmeier erzählt von einem Leben am Rande und von der kindlichen Kraft des Überlebens.*

Die Geschichte erzählt von den Stationen einer Flucht und den Kampf ums Überleben und schreckt auch vor einer unfassbaren Tat nicht zurück.  Erschreckend und real geschildert aus der Sicht einer Sechsjährigen.


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Ein Jahr im Leben eines Wiener Schriftstellers, zwischen Drogen, Alkohol und Frauen. Ein Abenteuer, das Jonas und seine große Liebe Marie bis zum Südpol führen soll. Und ein dreizehnjähriger Junge, der leidenschaftlich Schach spielt, um seinem Alltag zu entfliehen. Dazu Nebenfiguren wie aus einem Tarantino-Film: Ein Anwalt der Hells Angels, ein Wing Tsun-Großmeister und eine Mörderin, die die Leichen ihrer Liebhaber mit einer Kettensäge zerlegt. Die wirkliche Welt trifft auf die Sehnsucht nach einem anderen Leben.*

Ein recht dickes Buch mit seinen 748 Seiten. Durch die drei unterschiedlichen Handlungsstränge könnte man es aber auch als drei Bänder in einem Buch sehen. Die Handlungen sind zwar unabhängig voneinander, berühren sich aber ab einem bestimmten Punkt leicht miteinander. Regt zum Nachdenken an, lockt einem aber auch den einen oder anderen Lacher hervor.


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Filiz wächst in einem kurdischen Dorf in der Türkei auf. Sie ist zwölf, als sie sich in den um wenige Jahre älteren Yunus verliebt und mit ihm von einem gemeinsamen Leben im Westen träumt. Mit fünfzehn heiratet sie Yunus – heimlich und gegen den Willen ihres Vaters. Doch mit der Hochzeit platzen auch die Träume von Freiheit und Autonomie: Statt, wie erträumt, Jeans trägt Filiz jetzt Burka; gemeinsam mit den drei Kindern, die in dieser Ehe geboren werden, ist sie der körperlichen und seelischen Brutalität ihres Mannes und ihrer Schwiegermutter ausgesetzt. Daran ändert auch die Emigration der Familie in den Westen nichts – vorerst. Denn nach einer neuerlichen Eskalation der Gewalt gelingt Filiz das vermeintlich Unmögliche: die Befreiung aus physischer und psychischer Abhängigkeit.*

Blauschmuck sind die Zeichen der Gewalt und Demütigung, welche die Ehefrauen im Kulturkreis rund um Filiz Volk und Familie mit sich herumtragen wie ein Brandzeichen. In einer beinahe poetischen Sprache erzählt Katharina Winkler die wahre Geschichte einer jungen Frau, die es schaffte sich der Gewalt, Erniedrigungen und Grausamkeit zu entziehen. Sie erzählt aber auch von einer Gesellschaft, die gefangen in Tradition, Erziehung und Glauben ist. Erschreckend und ehrlich.


Für unsere ebook Nutzer

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 Als er wegen eines Schwächeanfalls in ein Krankenhaus eingeliefert wird, spürt Theo, dass er am Ende seines Lebens angekommen ist: Er ist alt und fortan pflegebedürftig, was ihn eine Ohnmacht und Hilflosigkeit spüren lässt, die er bisher nicht kannte. Er zieht Bilanz, ist ist in Gedanken oft bei seiner früh verstorbenen ersten Frau, deren Sterben er erst jetzt richtig begreift, und er erinnert sich an nicht mehr gut zu machende Versäumnisse, während ihm die Gegenwart und die bisher glückliche Ehe mit Berta aus dem Gleichgewicht geraten. Aber auch dieses letzte Lebensjahr bringt noch einmal Glück und einen Neuanfang durch die junge ukrainische Pflegerin Ludmila, die sein Herz erreicht, wie weder Berta noch seine seit Jahrzehnten entfremdete Tochter Frieda es vermögen. Ludmilla wird zu Theos letzter Liebe, sie wird ihm zur Tochter, wie Frieda es nie war.*

Auf eine recht ruhige Art, aber schönem Sprachrhythmus erzählt Anna Mitgutsch Theos Lebensgeschichte. Es sind Rückblicke und Erkenntnisse, ein Hadern mit der Vergangenheit und mit seinem eigenen Tun und dem Wunsch am Ende doch noch etwas richtig zu machen.


* Quellenangabe: Leseakademie 2016 – Literatur im Gespräch: Neuerscheinungen deutschsprachiger Literatur






1. Buchstart Frühstück 2016

IMG_20160413_102254Das 1. Buchstart Frühstück in diesem Jahr für die ganz Kleinen und deren Mamas, war ein voller Erfolg.

In der schönen alten Gaststube von Kathis ehemaliger Jausenstation Hochreith in Fieberbrunn, stärkten sich Mütter und Kinder bei einem reichhaltigen Frühstück an frischem Obst und Gemüse, köstlich reschem Gebäck, selbstgemachten Marmeladen und anderen heimischen Produkten. 

Es wurde geplaudert, sich ausgetauscht, gespielt und natürlich auch gelesen, in den Büchern geblättert und geschmökert.

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Nachdem Kathi die Buchstart-Taschen an die Kinder verteilt hatte, ging es nach draußen auf den Spielplatz. Dort konnten sich die Mädchen und Jungs, dank des wunderschönen Frühlingstages, noch richtig austoben.

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Das nächste Eltern-Kind-Frühstück im Rahmen der Buchstart Aktion bei Kathi auf Hochreith, findet am 11. Mai statt. Wenn auch Sie mit ihrem Kind den Zugang zu Büchern und den Austausch mit anderen Eltern, Großeltern, Tanten oder Onkeln in ungezwungener Atmosphäre an einem wunderschön gelegenen Platz nutzen möchten, dann melden Sie sich doch gleich an! Näher Informationen zum Buchstart und die Termine erfahren Sie auf www.facebook.com/buchstart oder bei uns in der Mediathek.

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